Nachts sind alle Radfahrer grau. Als ich heute früh mit meinem Hund spazieren ging, begegnete ich wieder einmal einem zu vielen Straßen-Ninjas, jenen unsichtbaren Radfahrern, die ohne Licht vorbeirasen. Eine gute Gelegenheit, sich über die Sicherheitsausrüstung zu informieren: Was das Gesetz vorschreibt, was der gesunde Menschenverstand gebietet und wie man nicht wie ein Müllsack aussieht.
Was das Gesetz verlangt (und was der gesunde Menschenverstand zulässt)
Das französische Gesetz legt die Grundanforderungen an die Pflichtausrüstung klar fest. Wer sie ignoriert, riskiert eine Geldstrafe, gefährdet aber vor allem seine eigene Sicherheit.
1. Beleuchtung und Reflektoren: Die Grundlage für das Bestehen in der Nacht
- Gesetzliche Regelungen: Sobald die Sichtverhältnisse (nachts, bei Nebel etc.) eingeschränkt sind, muss Ihr Fahrrad mit einem gelben oder weißen Frontlicht und einem roten Rücklicht ausgestattet sein. Außerdem sind Reflektoren (Rückstrahler) vorgeschrieben: ein roter hinten, ein weißer vorne, orangefarbene an den Seiten (Rädern) und an den Pedalen.
- Der eigentliche Vorteil: Gute Beleuchtung dient nicht nur dem Sehen, sondern auch dem Gesehenwerden. Ein blinkendes Rücklicht fällt einem Autofahrer schon aus über 150 Metern Entfernung auf. Es ist Ihre beste Lebensversicherung. Reflektoren hingegen machen Sie besonders an Kreuzungen auch von der Seite sichtbar.
- Der „Nachteil“: Dynamolichter können Sie etwas verlangsamen, und bei batteriebetriebenen Lichtern müssen Sie daran denken, sie wieder aufzuladen. Das ist ein kleiner Aufwand im Vergleich zum Risiko, nicht gesehen zu werden.
2. Bremsen und Klingel: Interaktion mit der Welt
- Gesetzlich vorgeschrieben: Ihr Fahrrad muss über zwei funktionierende Bremsen verfügen, eine Vorder- und eine Hinterradbremse. Eine Klingel (oder ein anderes akustisches Warngerät), die aus 50 Metern Entfernung hörbar ist, ist ebenfalls vorgeschrieben.
- Der eigentliche Vorteil: Es klingt offensichtlich, aber richtig eingestellte Bremsen verkürzen Ihren Bremsweg um die Hälfte. Die Türklingel hingegen ist Ihre einzige „Stimme“ im städtischen Chaos und signalisiert Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern Ihre Anwesenheit.
- Der „Nachteil“: Keiner. Ein Fahrrad ohne Bremsen oder Klingel ist kein Fahrzeug, sondern eine Gefahr für die Öffentlichkeit.
3. Die gelbe Weste: Die Debatte zwischen Sichtbarkeit und Stil
- Gesetzliche Regelung: Das Tragen einer „zertifizierten Warnweste“ ist für alle Radfahrer (und deren Beifahrer) bei Fahrten „außerhalb geschlossener Ortschaften“, bei Nacht oder bei unzureichender Sicht vorgeschrieben.
- Der wahre Vorteil: Seien wir ehrlich, es ist effektiv. Das fluoreszierende Gelb und die reflektierenden Streifen machen Sie von weitem und aus allen Winkeln sichtbar.
- Der Nachteil: Es ist hässlich. Da sind wir uns einig. Man fühlt sich wie auf einer Baustelle. Es ist das Accessoire, das jedem Radfahrer den Style verdirbt.
- Die Nuuuuuut-Alternative: Das Gesetz schreibt eine „zertifizierte“ Weste vor. Aber in der Stadt, wo sie nicht vorgeschrieben ist, hindert Sie nichts daran, cleverer zu sein. Viele Marken (wie zum Beispiel Proviz) bieten vollreflektierende Jacken, Rucksäcke oder Taschenhüllen an, die sowohl stylisch als auch nachts unglaublich effektiv sind. Es ist zwar eine Investition, aber man bekommt das Beste aus beiden Welten.
Was das Gesetz vergisst (aber Ihr Mechaniker Sie anfleht, es zu übernehmen)
Manche Ausrüstungsgegenstände sind für Erwachsene nicht vorgeschrieben, aber es ist einfach gesunder Menschenverstand.
Der Helm: Schutz des einzigen nicht austauschbaren Teils
Das Gesetz schreibt es nur für Kinder unter 12 Jahren vor. Erwachsene haben die Wahl. Aber es ist eine Entscheidung, die den Unterschied zwischen einem großen Schrecken und einer Tragödie ausmachen kann. Die Argumente „Es ist haarsträubend“ oder „Bei niedriger Geschwindigkeit nutzlos“ ziehen nicht, wenn man auf dem Gehweg oder vor einer sich öffnenden Tür stürzt. Heute gibt es stylische, belüftete und bequeme Helme. Es ist Ihr Körper. Schützen Sie ihn.
Qualitätsreifen: Ihr einziger Kontakt zur Realität
Dies ist das am meisten unterschätzte Sicherheitsmerkmal. Gute Qualität, richtig aufgepumpte und ungenutzte Reifen machen den Unterschied: Ihre Nasshaftung, Ihren Bremsweg, Ihre Pannensicherheit ... Sie sind oft wichtiger als ein neues Schaltwerk.
(Verrücktes) Fazit
Gut ausgerüstet zu sein bedeutet nicht, der Angst oder absurden Regeln nachzugeben. Es geht darum, pragmatisch zu handeln. Es geht darum, sich die Möglichkeit zu geben, die Freiheit des Radfahrens lange und unbeschwert zu genießen. Gehen Sie nicht mit einem unsichtbaren Fahrrad auf die Straße.
Ist Ihr Fahrrad bereit für die Nacht?
Haben Sie Zweifel an Ihrer Beleuchtung, Ihren Bremsen oder dem allgemeinen Zustand Ihres Fahrrads? Sicherheit wartet nicht. Dies ist ein wesentlicher Kontrollpunkt bei unserem jährlichen Wartungsservice .
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