Hallo zusammen,
Heute widmen wir uns dem Thema Nummer eins. Es ist das, was Anfänger abschreckt und erfahrenere Fahrer still leiden lässt: Probleme mit dem Fahrrad.
Das ist doch der Hauptgrund, warum Menschen mit dem Radfahren aufhören, oder? Und doch ist es NICHT unvermeidlich!
Falle Nr. 1: der mit Gel gefüllte Sattel „Grand Confort“
Die erste Reaktion auf Schmerzen ist: „Ich brauche einen weicheren Sattel.“ Dann kaufen wir schnell sehr breite, stark gepolsterte Sättel und denken, wir säßen auf einem Sofa. In Wirklichkeit ist es oft schlimmer, außer in einem ganz speziellen Fall, den wir weiter unten sehen werden.
Das Problem bei einem zu weichen Sattel in einer eher sportlichen Position besteht darin, dass man darin einsinkt, Nerven und Weichteile komprimiert und eine unerträgliche Reibung und Erwärmung entsteht.
Das wahre Geheimnis: Es geht um die Sitzknochen
Komfort beim Radfahren entsteht nicht durch eine weiche Polsterung, sondern durch eine feste, gezielte Unterstützung Ihrer Sitzknochen . Das sind die spitzen Knochen in Ihrem Gesäß, auf denen Sie gerade sitzen. Der Zweck eines guten Sattels besteht darin, Ihr Skelett (die Sitzknochen) zu stützen und den Rest ohne Kompression „schweben“ zu lassen.

So finden Sie ultimativen Komfort
Komfort ist eine komplexe Gleichung. Wenn Sie Schmerzen haben, müssen Sie diese Punkte der Reihe nach analysieren:
1. Der richtige Sattel für DICH
Es gibt nicht den „besten Sattel der Welt“, sondern nur den besten Sattel für Ihren Körpertyp und Ihren Fahrstil.
- Ihre Position: Der wichtigste Faktor für die Sattelform Dies ist der wichtigste Punkt. Die Form des Sattels hängt direkt von der Neigung Ihres Rückens ab.
- Aufrechte Sitzposition (Hollandrad, Typ Beachcruiser): Der Rücken ist nahezu senkrecht (90°). Das gesamte Gewicht ruht auf der Rückseite der Sitzknochen. Nur in diesem Fall ist ein breiter, gut gepolsterter Sattel eine gute Wahl.
- Liegeposition (MTB, Gravel, Rennrad): Der Rücken neigt sich nach vorne. Das Becken kippt und die Druckpunkte verlagern sich in einen engeren Bereich. Um das Treten nicht zu behindern, ist daher ein schmalerer Sattel erforderlich. Hier erweist sich auch ein Mittelkanal (Hohlsattel) als sehr effektiv.
- Materialien und falsche gute Ideen
- Gel vs. Schaumstoff: Gel bietet sofortigen und angenehmen Komfort, neigt aber dazu, sich mit der Zeit zu setzen oder auszuhärten. Seine Haltbarkeit ist oft begrenzt. Schaumstoff mit hoher Dichte ist zwar zunächst fester, bietet aber eine gleichmäßigere und dauerhaftere Unterstützung.
- Die Sattelbezug-Falle: Wir glauben, dass wir das Richtige tun, indem wir unseren Sattel mit einem Gelbezug versehen. Aber Vorsicht! Diese Bezüge neigen zum Verrutschen, was zu Reibung und Irritationen führt. Außerdem passen sie sich nicht der Form Ihres Sattels an und können alle seine ergonomischen Vorteile zunichtemachen. Dies ist eine vorübergehende Lösung, selten eine dauerhafte.
2. Die richtigen Einstellungen: Der Schlüssel zu allem
Sie können den besten Sattel der Welt haben, aber wenn er nicht richtig eingestellt ist, werden Sie Schmerzen haben.
- Höhe: Dies ist die wichtigste Einstellung, um ein Schwanken und Reiben zu vermeiden.
- Neigung: Der Sattel sollte zunächst vollkommen waagerecht stehen. Passen Sie ihn dann millimetergenau an, um den perfekten Balancepunkt zu finden.
3. Die richtige Ausrüstung: Trägerhose!
Bei Fahrten, die länger als 30 Minuten dauern, sind Radlerhosen Ihr bester Freund.
- Die goldene Regel: NICHTS drunter tragen. Keine Unterwäsche! Die Nähte sorgen garantiert für furchtbare Irritationen.
4. Ein letzter Ratschlag: Geduld und Einlaufen
Perfekter Komfort stellt sich nicht immer sofort ein. Sie müssen der Zeit ihre Arbeit geben.
- Eingewöhnen: Manche Sättel, insbesondere Ledersättel wie Brooks, sind für ihren legendären Komfort bekannt ... nach ein paar hundert Kilometern! Sie sind anfangs recht hart, „gewöhnen“ sich dann aber an und passen sich perfekt Ihrem Gesäß an, wie eine zweite Haut. Es ist eine langfristige Investition.
- Die eigene Eingewöhnung: Auch Ihr Körper muss sich erst daran gewöhnen. Wenn Sie neu im Radsport sind oder wieder damit anfangen, ist es normal, ein leichtes Unbehagen in den Sitzknochen zu spüren. Beginnen Sie mit kurzen Fahrten und steigern Sie die Dauer allmählich, um Ihrem Körper Zeit zur Anpassung zu geben.
Abschluss !
Es kann etwas Zeit und Experimentieren erfordern, bis man den richtigen Sattel findet. Aber sobald Sie den richtigen Sattel (der zu Ihrer Position passt!), die richtigen Einstellungen und ein wenig Geduld haben, ist die Freude am schmerzfreien Fahren riesig.
Es ist ein komplexes Thema, das oft eine externe Perspektive erfordert. Deshalb biete ich in meinen Sitzungen neben einfachen Bewegungsabläufen auch Positionierungsberatung an. Wir können gemeinsam Ihre Haltung analysieren und Anpassungen vornehmen, die Ihr Erlebnis verändern. Sprechen Sie uns gerne bei Ihrem nächsten Termin an.
Lassen Sie sich den Fahrspaß nicht durch einen schlechten Sattel verderben!
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